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Forschungsgruppe ›Kritische Hermeneutik‹

Die Forschungsgruppe ›Kritische Hermeneutik‹ von Prof. Dr. phil. Christoph König stellt sich vor.

Die Forschungsgruppe vereint eine Vielzahl von Forschungs-Projekten von Mitarbeitern, Alumni, Doktoranden und Master-Studenten, die eine gemeinsame Basis in der Forschungsausrichtung der ›Kritischen Hermeneutik‹ aufweisen und die Methodenreflexion individuell, auf den jeweiligen Gegenstand bezogen, weiterverfolgen. 

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Prof. Dr. phil. Christoph König, Professor für Neue und Neuere Deutsche Literatur

Kurzbiographie

Christoph König, geboren 1956, studierte Philosophie, Germanistik und Amerikanistik an der Universität Innsbruck, leitete lange Jahre im Deutschen Literaturarchiv Marbach die Arbeitsstelle für die Erforschung der Geschichte der Germanistik und ist seit 2005 Professor für Neuere und neueste deutsche Literatur an der Universität Osnabrück. 2008/9 wurde er als Fellow an das Wissenschaftskolleg zu Berlin berufen und 2011/12 als Fellow an das Forscherkolleg ›Fate, Freedom and Prognostication‹ der Universität Erlangen-Nürnberg. Er erweiterte seine philosophische Befragung literaturwissenschaftlicher Methodik im Laufe seiner Forschungen um die Frage nach den historischen, disziplinären Bedingungen des Verstehens und entwickelt zuletzt eine Theorie der philologischen Praxis, namentlich der Interpretation. Gastprofessuren führten ihn nach Paris und in die USA, 2019, 2020 und 2021 Professeur invité an der Ecole Normale Superieure Paris. Christoph König ist Mitglied des internationalen PEN. 

Zu seinen Büchern zählen die Studie Hofmannsthal. Ein moderner Dichter unter den Philologen (2001, 2. Aufl. 2006, Wallstein Verlag), das von ihm herausgegebene Internationale Germanistenlexikon 1800–1950 (de Gruyter 2003, 3 Bde, CD-ROM), die intellektuelle Biographie Engführungen. Peter Szondi und die Literatur (Deutsche Schillergesellschaft 2004, 2. Aufl. 2005), das Buch Häme als literarisches Verfahren. Günter Grass, Walter Jens und die Mühen des Erinnerns (Sudelblätter, Wallstein Verlag Göttingen 2008), die Festschrift für Jean Bollack La philologie au présent (hg. gemeinsam mit Denis Thouard) (Lille 2009), sowie der Cerisy-Band La lecture insistante (hg. gemeinsam mit Heinz Wismann) (Albin Michel Paris 2011). 

Zuletzt erschienen die Bücher Zweite Autorschaft. Philologie, Poesie und Philosophie in Friedrich Nietzsches ›Also sprach Zarathustra‹ und ›Dionysos-Dithyramben‹ (2021, Wallstein Verlag Göttingen) sowie »O komm und geh«. Skeptische Lektüren der ›Sonette an Orpheus‹ von Rilke (2014, Wallstein Verlag Göttingen), der Band Philologie der Poesie. Von Goethe bis Peter Szondi (2014, Akademie Verlag Berlin). Er ist Herausgeber der Zeitschrift Geschichte der Philologien (Wallstein Verlag Göttingen) sowie zahlreicher Briefwechsel, Buchreihen und Sammelbände, zuletzt Lektüre und Geltung (2020, Wallstein Verlag Göttingen). Weitere Informationen finden Sie auf der persönlichen Website.

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Aktuelle Projekte

In Vorbereitung ist die Monografie Zweite Autorschaft. Philologie, Poesie und Philosophie in Friedrich Nietzsches ›Also sprach Zarathustra‹ und ›Dionysos-Dithyramben‹ (Wallstein Verlag 2021). Hier finden Sie die Ankündigung des Verlags.

Tagungsprojekt: Celan in Europa. Trinationale Perspektiven auf philologische Traditionen und Konflikte. Trilaterale Forschungskonferenzen in der Villa Vigoni 2021-2023, Auftaktsymposion: 10.-13.06.2021, gemeinsam mit Elena Polledri (Udine) und Werner Wögerbauer (Nantes), unterstützt von Michael Woll (Marbach/Paris) und Clément Fradin (Paris).

Hier finden Sie einen Auszug der    Videokonferenz, mit der die Tagung am 22. September 2020 virtuell eröffnet wurde, sowie nähere Informationen zur Tagung auf der Webseite der Villa Vigoni.

Sekretariat

Irene Brink

NNDL - Neue und neuere deutsche Literatur

Neuer Graben 40
49074 Osnabrück
Tel.: +49 541 969-4368
Fax: +49 541 969-4256

Raum: 41/232

irene.brink@uni-osnabrueck.de

Wissenschaftliche Mitarbeiter/-innen

Na Schädlich

Na Schädlich, geboren 1985 in Chongqing, VR China. Studium der deutschen Sprache in Chongqing, Studium der Germanistik in Osnabrück, Abschluss 2012. Seit 2015 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Christoph König. Redaktion der Zeitschrift ›Geschichte der Philologien‹ (vor 2020: ›Geschichte der Germanistik. Historische Zeitschrift für die Philologien‹). Lehre in Osnabrück, Nantes und Tokio. Teilnehmerin am Peter-Szondi-Kolleg. Mitglied des DFG-Netzwerks ›Evidenz‹ (2019-).

Forschungsschwerpunkte:

- Deutschsprachige Literatur um 1900 und des 20. Jahrhunderts (aktuell v.a. Nietzsche, George, Wolfskehl, Celan) 

- Theorie und Praxis der Philologie

- Geschichte der Hermeneutik im Verhältnis zu einer ›Kritischen Hermeneutik‹

- Moderne Ästhetiktheorien

- Diskurse des Deutschjudentums vom 19. Jahrhundert bis zur Nachkriegszeit

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Aktuelle Projekte

Die Dissertation unternimmt eine literaturgeschichtliche Verortung Karl Wolfskehls, der bislang selten als Dichter eigenständig gewürdigt wurde. Kriterien der neuen Einschätzung bilden die Lektüre ausgewählter Werke, die selbst eine ästhetik- und poesiegeschichtliche Historisierung entwerfen, und eine wissenschaftshistorische Kritik, die sowohl dem Autor als auch der Rezeptionsgeschichte gilt.

Der Arbeitstitel des aktuellen Projekts lautet: »Symbolismen in der modernen Ästhetik und Philologie: Eine Gegenüberstellung der westeuropäischen und der chinesischen Tradition«. Der Vergleich geht von systematischen Fragestellungen im Forschungsfeld der ›Weltphilologie‹ aus.

Dr. Michael Woll

Geboren 1985 in Melle. Studium in Osnabrück und Nantes, anschließend Referendariat für das Lehramt an Gymnasien für die Fächer Mathematik und Deutsch. 2013-2018 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Germanistik der Universität Osnabrück, Promotion zum Thema »Hofmannsthals ›Der Schwierige‹ und seine Interpreten« (Wallstein Verlag, 2019). 2018-2020 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Seit 2021 Feodor-Lynen-Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung an der École Normale Supérieure in Paris.

Publikationen (Auswahl)

Monographie

Hofmannsthals »Der Schwierige« und seine Interpreten, Göttingen: Wallstein, 2019.

Aufsätze und Feuilleton

Friedrich Hölderlin, in: Celan-Handbuch. Leben – Werk – Wirkung, hg. von Markus May und Peter Goßens, 3. Aufl., 2021 (im Druck).

Une machine contre la machine: le potentiel poétique des machines chez Hofmannsthal, in: Johannes Dahm, Ruth Lambertz-Pollan, Maiwenn Roudaut und Bénédicte Terrisse (Hgg.), Machines / Maschinen, Rennes: Presses Universitaires de Rennes, 2020, S. 235-243.

Ce nécessaire incommensurable. Celan face à Hölderlin, in: Bertrand Badiou, Clément Fradin und Werner Wögerbauer (Hgg.), Celan, Paris: Éditions de l’Herne, 2020, S. 214-220.

Dann: Dass ich auch vor fünfzig Jahren war [zur Gründung der Hofmannsthal-Gesellschaft 1968], in: Frankfurter Allgemeine Zeitung Nr. 90, 18.04.18, S. N3.

Vorträge (Auswahl)

Zackern an der Tradition. Celans Hölderlinlektüren – Vortrag bei der Philosophisch-Literarischen Gesellschaft Baden-Baden, 19. Mai 2020 (wegen der Corona-Krise verschoben auf 2021).

Le potentiel du ›Divan oriental-occidental‹ pour la poésie du XXe siècle – Vortrag bei der Tagung ›Goethe: l’actualité d’un inactuel‹ im Centre Culturel International de Cerisy, Cerisy-la-Salle, 20.–27.8.2018.

Une machine contre la machine. Le potentiel poétique des machines chez Hofmannsthal – Vortrag auf dem 50. Kongress der Association des Germanistes de l’Enseignement supérieur, Université de Nantes, 8.-10. Juni 2017.

Wandlungen auf den Spuren der Gefühlssohle. Eine Lektüre von Rilkes Gedicht Handinneres – Vortrag gemeinsam mit Na Schädlich beim Workshop ‚Die Klugheit der Werke‘, Universität Osnabrück, 19. November 2016.

Österreich und Deutschland bei Hofmannsthal und Kommerell – Vortrag auf der Tagung ‚Max Kommerell (1902-1944). Über die Aktualität von Lektürepraxis und Traditionsbildung‘, Villa Vigoni, 13.-16. Juni 2015.

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Lyrische Zykluswelten nach Goethe

Im Zentrum des Forschungsvorhabens steht die Neuinterpretation zentraler Zyklen der deutsch-französischen Tradition (neben Goethe v.a. Heinrich Heine und Gérard de Nerval) mit Blick auf die Herausbildung einer bestimmten, historisch am Beginn der Moderne lokalisierten Vorstellung des Gedichtzyklus als einer Welt, die die Eigengesetzlichkeit ihres Referenzsystems in Auseinandersetzung mit der historischen Welt behauptet. So wird der im Zyklus geschaffene Raum zum Modell par excellence für die Kreativität des modernen Dichters, der als Schöpfer in der Lage ist, Welten hervorzubringen. Zugleich birgt das Modell die Gefahr, dass die kreative Energie sich in der Abgeschlossenheit dieser Welt verliert, weil sie keine Impulse mehr von außen erhält – darin liegt das Paradox des modernen Zyklus, dem sich Autorinnen und Autoren seither zu stellen hatten. Der Arbeitstitel »nach Goethe« bezieht sich dabei auch auf die Wirkungsgeschichte der Gedichtzyklen, deren Modernität je nach Perspektive in unterschiedlichen, der zyklusinternen Reflexion oft äußerlichen Paradigmen gesehen wurde: Auf diese Weise soll die Arbeit nicht nur einen Beitrag zur europäischen Literaturgeschichte leisten, sondern zugleich in der Rückbindung an eine Reflexion über die unterschiedlichen wissenschaftlichen Traditionen nach einer Komparatistik der Philologien in einem mehrsprachigen Wissenschaftsraum fragen.

Elisabeth Flucher

Elisabeth Flucher, geboren 1988 in Österreich. Studium der Philosophie in Wien, Abschluss 2012. Seit 2015 Promotion im Rahmen des Promotionsprogramms Theorie und Methodologie der Textwissenschaften und ihre Geschichte (TMTG). Dissertationsprojekt: ›Formen der Sinnkonstruktion in Nietzsches Also sprach Zarathustra‹. Seit 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Dr. Christoph König. Teilnehmerin am Peter-Szondi-Kolleg. Erasmus-Dozentur in Nantes (März 2019), Forschungsaufenthalt in Princeton und Chicago (Februar 2020).

Tagungsorganisation

›Philologie der Poesie – Nietzsche als philologischer Denker‹. Workshop im Nietzsche-Dokumentationszentrum Naumburg/Saale am 25.5.2019.

Publikationen (Auswahl)

»Nietzsche’s Humanism in Thus spoke Zarathustra – Interpreting and Translating the word ›Übermensch‹ in the 20th and 21st century«, in: InCircolo. Rivista di filosofia e cultura 10 (2020).

»Schweigen als Ideal der Rede – Kritik der Esoterik in ›Also sprach Zarathustra‹«, in: Nietzscheforschung 27 (2020), S. 111-128.

»Augenblick und Ewigkeit. Nietzsches Zeitaporie in ›Vom Gesicht und Räthsel‹«, in: Nietzscheforschung 24 (2017), S. 329-340.

Vorträge (Auswahl)

»Von der philosophischen zur poetischen Zeit – die Überwindung der tragischen Zeitauffassung in Nietzsches ›Also sprach Zarathustra‹«, Saarbrücken, 25.9.2019, 26. Tagung des Deutschen Germanistenverbandes (DGV).

»Philosophisch-philologischer Interpretationsstreit am Beispiel von Celans Gedicht ›Schliere‹«, Pittsburgh/PA (USA)‚ 29.9.2018, Seminar ›Celan & Philosophy‹, 42. Tagung der German Studies Association (GSA).

»Skepsis in Rilkes ›Sonetten an Orpheus‹ – Lektüre von Sonett II.21« Sierre (Schweiz), 16.8.2017, Rilke Masterclass (Fondation Rilke).

»Nietzsches Prämissen des Maschinenzeitalters«, Nantes (Frankreich), 9.6.2017, 50. Tagung der Association des Germanistes de l’Enseignement Supérieur (AGES).

»Langeweile als narratives Stilmittel in Jean Pauls ›Siebenkäs‹«, Bayreuth, 27.9.2016, 25. Tagung des Deutschen Germanistenverbandes (DGV).

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Formen der Sinnkonstruktion in Nietzsches ›Also sprach Zarathustra‹

Die Dissertation gibt eine Gesamtinterpretation von Nietzsches ›Also sprach Zarathustra‹ und fokussiert ausgehend von einer textnahen Lektüre die methodische Reflexion der verschiedenen historischen Zugänge zum Werk. Die vorgestellte Lektüre stellt Nietzsches sprachliche und textuelle Verfahren ins Zentrum der Argumentation und hier besonders das Verfahren der Resemantisierung (König), das es dem Text erlaubt, eine Idiomatik zu entwickeln. Dieses Verfahren lässt sich an einzelnen Wörtern zeigen, die im Text einen herausgehobenen Stellenwert erlangen. Die Wörter Übermensch und Untergang kommen nicht mehr als philosophische Begriffe im Kontext einer metaphysischen, ethischen oder ästhetischen Theorie (Heidegger, Löwith) in Betracht, sondern als Wörter, die im Text eindeutig bestimmt und mit Bedeutung aufgeladen werden. Der Text strebt daher nicht nach der abstrakten Formulierung universeller Lehrsätze, sondern nach einer individuellen Perspektivierung und Konkretisierung von Sinn.

Mit dem Titel ›Formen der Sinnkonstruktion‹ ist zugleich die zentrale These der Arbeit formuliert: Der Text baut durch seine textuellen Verfahren der Resemantisierung von Wörtern und der Selbstzitation, also der Aufnahme und Kommentierung bereits etablierter Wortbedeutungen ein Netz von semantischen Bezügen (Pautrat), das den Text strukturiert. Die Komposition des Textes folgt dabei einer Logik, die vom Text selbst entworfen und schließlich im Text nach und nach eingeholt wird. In der Erfüllung des Programms finden jedoch zugleich Neubewertungen und Umdeutungen des kompositorischen Plans statt.

Ausgehend von der Lektüre des Werks wird die aktuelle Forschungsdiskussion um das Verhältnis von Literatur und Philosophie aufgegriffen und mit Blick auf die Forschungsgeschichte kritisch diskutiert. 

Doktoranden/Projekte/Fellowships

Laura Marie Pohlmann

Geboren 1985. Studium der Deutschen Philologie, Geschichte und Philosophie (M.A.) an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Abschluss 2013. Postgraduales Masterstudium in Library and Information Science (M.A. LIS) an der Technischen Hochschule Köln, Abschluss 2020. Von 2014 bis 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungsreferats und der Bibliothek des Deutschen Literaturarchivs Marbach (Suhrkamp-Forschungsportal; Personalbibliographie Alfred Döblin). Von 2018 bis 2020 wissenschaftliche Mitarbeiterin der "Arbeitsstelle Rilkes Sämtliche Werke" an der Universität Osnabrück bei Prof. Dr. Christoph König. Derzeit Promotion über "Das Quellenrepertorium als Archivpublikation. Zur Überlieferungsgeschichte der Werke Rilkes", zu Teilen gefördert durch ein "C.H. Beck-Stipendium für Literatur- und Geisteswissenschaften" (Graduiertenstipendium). Teilnehmerin der Masterclass Rilke (2018), Juniorfellow und Mitglied der "Forschungsgruppe Provenienz" des MWW-Forschungsverbundes (Marbach-Weimar-Wolfenbüttel).

Vorträge (Auswahl):

Alfred Döblin: »Der ›Hahnenkampf‹ von Lautensack und anderes« / »Griffe ins Leben«.

Einleitung und Lesung ausgewählter Theaterrezensionen von Alfred Döblin im Rahmen des Lesebuchs des Germanistischen Kolloquiums der Universität Osnabrück (Online, 2020).

„Auf dem Weg zu einem Repertorium der Manuskripte Rilkes. Grundlagen einer Neuausgabe der Sämtlichen Werke“ (zusammen mit Prof. Christoph König und Prof. Thedel von Wallmoden). Vortrag bei der 38. Tagung der Internationalen Rilke-Gesellschaft (Bremen, 2018).

„Aus einer Quelle schöpfen: Vom Nutzen der elektronischen Bestandsdaten für ein Online-Bibliographie-Projekt – und umgekehrt“. Vortrag auf der Tagung des Forschungsverbunds Marbach Weimar Wolfenbüttel (MWW): „Bibliotheken in der Bibliothek: Sammlungen erschlie­ßen – rekonstruieren – visualisieren“ (Weimar, 2016).

„Die neue Alfred Döblin-(Online-)Bibliographie“. Vortrag auf dem 20. Kolloquium der Internationalen Alfred Döblin-Gesellschaft: „Exil als Schicksalsreise: Alfred Döblin und das literarische Exil 1933–1945“ (Zürich, 2015).

Aufsätze:

Wie Alfred Döblin in Baden-Baden dem eigenen Buchtitel zum Opfer fiel. In: Von Hölderlin bis Jünger. Zur politischen Topographie der Literatur im deutschen Südwesten. Hrsg. von Thomas Schmidt und Kristina Mateescu. Stuttgart: Kohlhammer, 2020, S. 303-311.

- Beitrag rezensiert in: Informationsmittel IFB: Digitales Rezesionsorgan für Bibliotheken und Wissenschaft, 28 (2020), Heft 3, hier S. 3-4.

Von Quellen und Gefäßen: Die neue Alfred Döblin-Bibliographie. In: Internationales Alfred-Döblin-Kolloquium „Exil als Schicksalsreise: Alfred Döblin und das literarische Exil 1933‑1950“. Hrsg. von Sabina Becker und Sabine Schneider. Bern u.a.: Lang, 2017, S. 333‑343.

Alfred Döblin: Online-Bibliografie / Deutsches Literaturarchiv Marbach.

»Das Quellenrepertorium als Archivpublikation. Zur Überlieferungsgeschichte der Werke Rilkes« (Dissertationsprojekt)

Obwohl sich die Aufmerksamkeit der philologischen Forschung in den letzten Jahrzehnten zunehmend auf literarische Nachlässe gerichtet hat, steht der Name eines der bedeutendsten deutschsprachigen Autoren – Rainer Maria Rilke – in diesem Zusammenhang bisher nicht in ihrem Fokus. Der Nachlass Rilkes ist weltweit auf verschiedene Institutionen verteilt und vielfach in Privatbesitz. Das Er­schei­nen der Referenzausgabe des Gesamtwerks, bei der letztmals eine quellenkritische Überprüfung der Handschriften erfolgte, liegt nun 60 Jahre zurück. Eine Übersicht über Rilkes handschriftlichen Nach­lass wurde im Rahmen der Edition nicht erstellt und bleibt seither ein Desiderat der Rilke-Forschung. Mein Dissertationsprojekt möchte diese Forschungslücke schließen. Es hat zum Ziel, mit dem Quellenre­pertorium der Werke Rilkes (1) erstmals ein systematisches, vollständiges und aktuelles Verzeichnis aller bekannten und zugänglichen Werk­manuskripte Rilkes zu erarbeiten und damit eine wichtige Vorarbeit für die textkritische und forschungsbezogene Aufarbeitung des Nachlassmate­rials Rilkes zu leisten. Insbesondere gehört dazu nicht nur (2) die Ausarbei­tung einer zusammenhängenden Darstellung der Überlieferungsgeschichte, die auch Fragen nach ihrer Rolle in der Rilke-Forschung stellt, sondern außerdem (3) die Reflexion der historischen und metho­dischen Konzeption „des Repertoriums“ als Gattung, mit dem Ziel, das Repertorium – hier am Beispiel der Werke Rilkes – im Sinne einer „Archivpublikation“ als wichtige Schnittstelle zwischen Archiv, Forschung und Edition (neu) zu positionieren.

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Seite der Arbeitsstelle der Neuedition der Sämtlichen Werke Rilkes. 

Tim Schünemann

Geboren 1990, Studium der Germanistik und Mathematik in Osnabrück, 2019 Abschluss M.A. mit einer Masterarbeit: "Zur Kritik der Celan-Lektüren von Jean Bollack". Seit September 2019 Promotion bei Prof. Dr. Christoph König und Dr. habil. Martin Steinrück zu Jean Bollack und Paul Celan im Rahmen einer Cotutelle de thèse an den Universitäten Osnabrück und Fribourg (Schweiz) und im Rahmen des Projektes "Lectures de Jean Bollack", finanziert durch den FNS (Fonds national suisse de la recherche scientifique). Teilnehmer am Peter-Szondi-Kolleg.

Projektskizzen

[mit Stéphanie Cudré-Mauroux, Martin Steinrück, Giacomo Lardelli, Maxime Laurent und Frederico Sabino] Lectures de Jean Bollack. Projet du Fonds national suisse de la recherche scientifique (FNS), in: Geschichte der Philologien 57/58, 2020, S. 145-149.

Zur ›Kritik‹ der Celan-Lektüren von Jean Bollack, in: Geschichte der Germanistik. Historische Zeitschrift für die Philologien 55/56, 2019, S. 160 f.

Vorträge

Zu Max Frischs ›Homo Faber‹: Lesung mit Kommentar, Germanistisches Kolloquium, Universität Osnabrück, 6. Januar 2021.

Wilhelm Scherers Literaturgeschichte aus dem Blickwinkel aktueller kritisch-hermeneutischer Überlegungen, im Rahmen der Tagung ›La carte et la frise : les « images » de l’histoire littéraire, entre visualisation et modélisation / Landkarten und Zeitleisten: zur Funktion von Bildern in der Literaturgeschichte‹, Université de Nantes, 5 octobre 2020.

Zu Hélène Cixous' ›Osnabrück‹: Lesung mit Kommentar, Germanistisches Kolloquium, Universität Osnabrück, 8. Juli 2020.

Lehre

SoSe 2021: Einführung in die Lektüre von Gedichten

Zur ›Kritik‹ der Celan-Lektüren von Jean Bollack (Dissertationsprojekt)

Jean Bollack (1923-2012) war Gräzist, Philosoph, Übersetzer und Interpret moderner französischer und deutscher Literatur. Im Zentrum seiner interpretatorischen Arbeit steht u. a. das Werk von Paul Celan. Bollack als Celan-Interpret samt den in den erwähnten anderen Bereichen geschaffenen Voraussetzungen zu betrachten und zu analysieren, gilt das Interesse meines Dissertationsprojektes. Das Vorhaben lässt sich als Versuch einer ›Kritik‹ der Celan-Lektüren Bollacks in drei Dimensionen des Kritik-Begriffs formulieren. Es betrifft nämlich: (1) eine hermeneutische Konstruktion der Ganzheit der Lektüren in ihrer Entstehung, (2) die epistemologische Suche nach den Bedingungen der Möglichkeit der jeweiligen Lektüren wie auch des Lektürevermögens Bollacks und (3) ein weiterführendes Urteil, das auf meiner eigenen Interpretation von Celans Werk beruht. 

Zum Projekt ›Lectures de Jean Bollack‹

Zur Grundlage der Arbeit im Bollack-Nachlass im SLA

Benjamin Krutzky

Geboren 1991. Studium Mathematik und Deutsch an der TU Darmstadt. Studium Lehramt an berufsbildenden Schulen Metalltechnik und Deutsch in Osnabrück, Abschluss 2018. 2015–2019 Hilfskraft und April–September 2021 Wissenschaftlicher Mitarbeiter bei Prof. Dr. Christoph König. WiSe 16/17 Stipendiat des Landes Niedersachsen, Juli 2018 Marbach Aufenthaltsstipendium des Deutschen Literaturarchivs (DLA) Marbach, ‚Literatur-Förderpreis‘ 2019 verliehen von Vier Osnabrücker Buchhandlungen für die Master-Arbeit "Edition und Interpretation der 'Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke' von Rainer Maria Rilke". Seit 2019 Promotion über Rilke; gefördert durch ein Promotionsstipendium der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES).

Vorträge

Wolfgang Borchert: 'Die lange lange Straße lang'
Lesung mit Kommentar im Rahmen des Germanistischen Kolloquiums (Osnabrück), 20.1.2021

Heinrich von Kleist: 'Ein Satz aus der höheren Kritik'
Lesung mit Kommentar im Rahmen des Germanistischen Kolloquiums (Osnabrück), 24.6.2020

Rilkes 'Cornet' kritisch neu ediert und interpretatorisch bewertet
Vortrag im Rahmen des Mittwochsseminars (DLA Marbach), 4.7.2018

Lehre

SoSe 2021: Interpretation und Autorschaft
WiSe 2020/21: Dichtung des Novalis
SoSe 2020: Lyrik des ‘Fin de Siècle’

Gestaltung

Erstellung einer Stammbaumgrafik (im Rahmen eines Lektoratpraktikums im Dietrich Reimer und Gebr. Mann Verlag, Berlin)
Krause, Bernd: Marie Bruns-Bode (1885-1952) – Tagebücher und Briefe. Eine Rezension. In: Genealogie 4(2018), S. 282-288. Grafik auf S. 288.

Zur Kreativität in Rainer Maria Rilkes Gedichtzyklus ›Das Stunden-Buch‹ (Dissertationsprojekt)

Die Dissertation richtet sich darauf, eine Gesamtdeutung des Stunden-Buchs vorzulegen samt einer Einordnung in das Œuvre Rilkes. Als ein zentrales Verfahren im Werk ist eine poetologisch reflektierte Stellungnahme im Einzelgedicht beschreibbar, die eingegliedert in den zyklischen Gedanken, die Bildung einer eigenen Idiomatik Rilkes erkennen lässt. Im Frühwerk und vor allem im Stunden-Buch wird so bereits eine spezifische Kreativität Rilkes sichtbar. Methodisch ist die Arbeit der von der kritischen Hermeneutik entwickelten Praxis der Lektüre verpflichtet, die die Bedingungen von Inhalt, Form, Genese und implementierten Kontext betrachtet und dabei den wissenschaftsgeschichtlichen Erkenntnisweg – hier auch in der Logik der Autorenforschung – einbezieht.

Gianluca Esposito

Geboren 1993. 2012-2018 Studium der Germanistik und Anglistik in Neapel, Osnabrück und Berlin. 2017 Hilfskraft beim Italienisch-Lektorat am Institut für Romanistik und Latinistik der Universität Osnabrück. Seit dem Herbst 2018 Promotion im Cotutelle-Verfahren zur »Literarischen Gestaltung historischer Biographien in ausgesuchten Werken der deutschsprachigen Literatur zwischen dem 20. Und dem 21. Jahrhundert« betreut von Prof. Dr. Bernhard-Arnold Kruse (Università degli Studi di Napoli „Federico II“) und Prof. Dr. Christoph König (Universität Osnabrück). Seit Dezember 2019 „Cultore della materia“ (Mitarbeiter am Lehrstuhl für Deutsche Literatur) für Deutsche Literatur im Fachbereich der Geisteswissenschaften der Universität von Neapel „Federico II“. Forschungsschwerpunkte: Deutsche Literatur der Gegenwart; Postmoderne.

Vorträge

Thematisierung des Alters in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur: Am Beispiel Hermann Grabhers Ewige Jugend Ewiges Leben, im Rahmen der III. ADIT (Alumni DAAD Italien) Tagung zum Thema „Langlebigkeit und Altern in Europa: die Notwendigkeit eines interdisziplinären Ansatzes“, Università Magna Græcia di Catanzaro, 14-16.11.2019.

Oltre i confini di spazio e tempo: rielaborazioni postmoderne del mito e prospettive gnoseologiche nel romanzo Die letzte Welt di C. Ransmayr, im Rahmen der III. Sitzung des Seminarzyklus zum Thema „Tra moderno e postmoderno“, Università degli Studi di Napoli “Federico II”, 03.04.2020.

Sten Nadolny: Die Entdeckung der Langsamkeit, Lesung mit Kommentar im Rahmen des Germanistischen Kolloquiums, Universität Osnabrück, 23.9.2020.

Literarische Gestaltung historischer Biographien in ausgesuchten Werken der deutschsprachigen Literatur zwischen dem 20. und dem 21. Jahrhundert.

Die Dissertation will die Differenzen und den Zusammenhang zwischen den verschiedenen Formen literarischer Gestaltung historischer Biographien an diachronisch ausgesuchten Beispielen von Romanen des ausgehenden 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart untersuchen und daher einen Beitrag zur Erforschung des Verhältnisses von Geschichtsschreibung und Literatur leisten. Es geht um die verschiedenen Formen der Literatur, Biographien historischer Persönlichkeiten aus der historiographischen Dimension herauszulösen und zu in jeder Hinsicht literarischen Figuren zu entwickeln. Das betrifft sowohl das Verhältnis von historischer ›Realität‹ und Fiktionalität als auch die Spezifik der Form des Kunstwerkes. Vier Werke, die markante Differenzen untereinander aufweisen, sollen untersucht und verglichen werden: Die Entdeckung der Langsamkeit (1983) von Sten Nadolny, Die Vermessung der Welt (2005) von Daniel Kehlmann, Imperium (2012) von Christian Kracht und Cox oder der Lauf der Zeit (2016) von Christoph Ransmayr.

Wissenschaftliche Hilfskräfte

Marie Thiele

Geboren 1992 in Hannover. Seit 2014 Studium der Germanistik und Anglistik in Osnabrück, 2018 Bachelorarbeit: „Exzerpt ohne Original. Analyse und exemplarische Edition von Katharina Kippenbergs Abschriften der Taschenbücher Rilkes“. Seit 2019 wissenschaftliche Hilfskraft bei Prof. Dr. Christoph König. 2019 Förderpreis des Studentenwerks Osnabrück für die Bachelorarbeit und ehrenamtliches Engagement im Hochschulbereich.

Jann Dirk Benschneider

Geboren 1994 in Emden. Seit 2016 Studium der Germanistik und Chemie an der Universität Osnabrück, 2020 Bachelorarbeit: „'Atemwende' und 'Atemschaukel': Resemantisierung von Paul Celan zu Herta Müller und Oskar Pastior". Im WiSe 2020/21 engagiert als Tutor für das Seminar Einführung in die Literaturwissenschaft. Seit 2021 wissenschaftliche Hilfskraft bei Prof. Dr. Christoph König.

Sven Kreienhoop

Geboren 1998 in Bremen. Seit 2017 Studium der Germanistik und Latinistik an der Universität Osnabrück, 2020 Bachelorarbeit: „Literarische Verfahren der Figurenkonstruktion und -dekonstruktion in Elfriede Jelineks Roman wir sind lockvögel baby!". Seit 2021 wissenschaftliche Hilfskraft bei Prof. Dr. Christoph König.